Bericht zum Wechsel von Lukas Schleimer zum 1.FC Nürnberg

TOP-TALENT LUKAS SCHLEIMER: NÜRNBERG SCHLÄGT ZU

Lukas Schleimer ist ein Beispiel dafür, dass auch für Talente aus dem älteren Nachwuchsbereich die Tür zu den Profiklubs offen steht: Just an seinem 17. Geburtstag machte der treffsichere Offensivmann seinen Wechsel vom TuS Mosella Schweich, für den er zuletzt überwiegend in der A-Junioren-Rheinlandliga spielte, zum 1. FC Nürnberg klar.

Bei der Mosella sind sie mächtig stolz auf „ihren“ Lukas. Das geht auch aus den Worten des Vorsitzenden Bernd Münchgesang hervor: „Lukas ist ein richtig guter Typ und ein sehr guter Fußballer. Ich bin mir sicher, dass er seinen Weg auch in Nürnberg macht. Da können und müssen wir einen großen sportlichen und menschlichen Verlust für unseren Verein verschmerzen.“

Immerhin versüßte der aus dem benachbarten TSC Trier-Pfalzel hervorgegangene Angreifer seinen Abschied noch kräftig, indem er am 17. Dezember sämtliche vier Treffer der Schweicher A-Junioren beim 4:3-Sieg über die SpVgg EGC Wirges markierte: „Anfangs war ich da noch ziemlich nervös, mit der Zeit lief es aber wie geschmiert.“

„Lukas ist ein prima Techniker mit einem ausgeprägten Torinstinkt und hat außerdem ein gutes Auge für seine Mitspieler.“ Das sagt sein Bruder Thomas. Gemeinsam mit Andreas Junges war er in der vergangenen Saison Coach von Lukas, als die Schweicher überlegen Meister der Rheinland-Bezirksliga West der B-Junioren wurden. Dazu steuerte Lukas sage und schreibe 41 Treffer bei.
Und noch einen weiteren Fußballer namens Schleimer gibt es bei der Mosella: Stephan (24). Er lobt die „riesige Entwicklung“, die sein Bruder in den vergangenen zwei, drei Jahren gemacht habe. Der enorme Leistungsschub und die zahlreichen Treffer des Torjägers („Am liebsten spiele ich auf der Zehner-Position, früher war ich Sechser, musste aber wegen Stürmermangel weiter vorne aushelfen“) machten im Spätsommer endlich auch eine Nominierung für die Rheinlandauswahl möglich. Mitte Oktober, beim DFB-Sichtungsturnier an der Sportschule Duisburg-Wedau, konnte Lukas dann auf sich aufmerksam machen und trug sich bei der knappen 3:4-Niederlage gegen die U 18-Alterskollegen aus Mecklenburg-Vorpommern auch gleich in die Torschützenliste ein. „Unser Trainer Dennis Lamby hatte bereits kurz nach dem Turnier angedeutet, dass sich womöglich in Kürze der DFB nochmal meldet“, erinnert sich Lukas. Für den DFB-Sichtungslehrgang Ende Oktober an der Sportschule Bitburg stand er immerhin auf Abruf – und das als einziger Akteur eines Amateurvereins.

Bei der Talentschau in Duisburg war er einigen Spähern aufgefallen. Der FC Ingolstadt klopfte an, genauso wie Dritt- und Viertligisten, darunter auch die nur wenige Kilometer entfernt beheimatete Trierer Eintracht. Das Rennen machte aber schließlich der 1. FC Nürnberg: „Wie sich Dieter Nüssing um mich bemüht hat, war schon fantastisch.“ Die Club-Legende ist Chefscout beim neunmaligen Deutschen Meister und lud Lukas zu Probetrainings in der U 19 und der U 21 des FCN ein. Gleich im ersten Trainingsspiel gelangen dem unbekümmerten jungen Mann von der Mosel drei Treffer, was ihm ein Sonderlob von Marek Mintal, dem Co-Trainer der Nürnberger Bundesliga-A-Junioren und früheren Bundesliga-Torschützenkönig, einbrachte.

Für zweieinhalb Jahre hat der bisherige Mosella-Kapitän zum 1. Januar bei den Franken unterschrieben, will sich spätestens zur neuen Saison einen Stammplatz erkämpfen. Untergebracht ist er im Internat des „Hauses der Athleten“ unweit des Vereinsgeländes am Valznerweiher, parallel zur Fußballkarriere besucht er das Gymnasium.

Weiterzukommen in einem professionellen Umfeld – das macht den großen Reiz für Lukas aus. Verzichten muss er indes nun auf das so vertraute, sehr familiäre Umfeld in Schweich, das ihn bislang davor abhielt, den Verein wechseln: Mit einer Sondergenehmigung war es sogar möglich, dass Lukas als Noch-16-Jähriger im vorletzten Spiel vor der Winterpause beim 4:5 der ersten Herren-Mannschaft im Auswärtsspiel gegen die SG Neumagen-Dhron/Trittenheim gemeinsam mit seinen Brüdern Stephan und Thomas auf dem Feld stand. Der Vierte im Bunde, Andreas, ist zwar nicht aktiv, trotzdem ist der Fußball das große Thema bei den Schleimers: Vater Hans-Joachim war früher auch Trainer seiner Söhne und verfolgt die Spiele der Sprösslinge gemeinsam mit Ehefrau Petra sehr aufmerksam. „Unsere Eltern haben für uns alles getan, uns zu jedem Training gefahren und uns bei unserem Hobby unterstützt, wo es nur ging“, betonen Lukas, Thomas und Stephan.

Harald Emmrich, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, bei der Mosella, freut sich angesichts des Wechsels nach Nürnberg nicht nur für Lukas Schleimer, sondern sieht auch den positiven Effekt für den 1.400-Mitglieder starken Mehrspartenverein: „Das ist auch eine Top-Werbung für unseren Klub. Junge Fußballer sehen, wohin der Weg von uns aus führen kann.“

Der TuS Mosella hat sich in der Eifel-Mosel-Hunsrück-Region längst einen guten Namen als Talentschmiede gemacht: Asmeron Habte und Sebastian Zimmer schafften von hier aus den Sprung in den damaligen Zweitligakader der Trierer Eintracht, Lukas Achterberg war nach seiner Schweicher Zeit als A-bzw. B-Junior in Diensten des FC Schalke 04 und des SC 07 Paderborn, Luca Sasso-Sant spielt momentan für den Nord-Regionalligisten Eintracht Braunschweig II . Der Augsburger Bundesligaprofi Dominik Kohr war zwar nie Spieler des TuS Mosella, gehörte dafür aber einst dem TuS Issel an, der mit den Schweichern jahrelang eine Jugendspielgemeinschaft gebildet hat.

Dass es Lukas Schleimer nun ausgerechnet nach Nürnberg verschlägt, findet Vorsitzender Münchgesang auch deshalb ausgesprochen gut, weil das Herz des 72-Jährigen schon seit Max Morlocks Zeiten ausgerechnet für den FCN schlägt.

Autor: Andreas Arens

Quelle: fussball.de